Wochenausblick | Eine Ereignisreiche Zentralbankwoche Als Wegweiser Für Die Märkte
Diese Woche stehen wichtige Zinsentscheidungen der meisten grossen Zentralbanken an. Den Anfang macht am Dienstag die Bank of Japan, und wie bei allen anderen Zinsentscheidungen wird auch hier nicht mit einer Anpassung der Zinssätze gerechnet. In Japan wurde hingegen in der jüngsten Stellungnahme darauf hingewiesen, dass die Zinsen angehoben werden könnten, sofern die Wirtschaftslage dies zulässt. Der Abwärtstrend des JPY hat sich in den letzten zwei Wochen verlangsamt. Ein eher restriktiver Ausblick könnte den Yen dann wieder beflügeln und dazu führen, dass JPY-bezogene Währungspaare erneut nachgeben.
Zinssenkungen, zu denen auch die US-Notenbank (Fed) gehört, sind derzeit höchst unwahrscheinlich, da der Krieg gegen den Iran dazu geführt hat, dass die Inflationsdynamik wieder anzieht. Die Zentralbanken könnten daher ihre Politik unverändert beibehalten. Dennoch könnten ihre Ausblicke wichtige Einblicke bieten. Die Volatilität am Devisenmarkt könnte wieder zunehmen. Mögliche Äußerungen zu weiteren Maßnahmen der Zentralbanken sollten als wichtige Orientierung für die kommenden Wochen gewertet werden. Außerdem wies der designierte Kandidat für die Fed, Kevin Warsh, kürzlich bei seiner Anhörung vor dem Senat darauf hin, dass er die Fed nach seinem Amtsantritt grundlegend reformieren wolle. Es ist zu erwarten, dass seine Politik zunächst den Dollar stützen und zudem entschlossen gegen die Inflation vorgehen wird.
Wichtige Ereignisse in dieser Woche:
– Zinsentscheidung der BoC – Es wird erwartet, dass die Bank of Canada den Leitzins bei derzeit 2,25 % belassen wird. Zwar erfolgte die letzte Zinssenkung im Oktober letzten Jahres, doch könnte der aktuelle Inflationsdruck die Bank ebenfalls zum Handeln veranlassen. Der Verbraucherpreisindex aus Kanada der letzten Woche zeigte jedoch, dass die Preise zwar stiegen, aber weniger stark als prognostiziert. Der Medianwert stabilisierte sich bei 2,3 %.

EURCAD Wochenchart
Nach dem anfänglichen Anstieg seit Anfang April begann das Währungspaar EURCAD wieder zu fallen. Die Stärke des CAD zeigt sich auch gegenüber anderen Währungen. Wie im obigen Chart zu sehen ist, ist das Währungspaar laut dem Wochenchart wieder unter die Zone des gleitenden 50-Tage-Durchschnitts gefallen. Sollte der Markt nun auch die Unterstützungszone bei 1,6000 durchbrechen, könnte sich die Abwärtsdynamik fortsetzen. Jede hawkische Äußerung der BoC könnte diese Einschätzung stützen. Die Zinsentscheidung fällt am Mittwoch, dem 29. April, um 15:45 Uhr MEZ.
– US-Zinsentscheid – Der Zinsentscheid des FOMC wird wahrscheinlich der letzte sein, bei dem Jerome Powell an der Spitze der Zentralbank steht. Angesichts des Krieges mit dem Iran sowie der jüngsten Äußerungen des Vorsitzenden ist nicht mit einer Zinssenkung zu rechnen. Stattdessen könnte der hawkische Ton weiter zunehmen. Übrigens fielen sowohl die Verbraucher- als auch die Erzeugerpreise bei ihrer letzten Erhebung etwas schwächer aus.

AUDUSD Tageschart
Das Währungspaar AUDUSD ist derzeit besonders interessant. Erstens gibt das Paar Aufschluss über die allgemeine Risikostimmung. Parallel zum Anstieg am Aktienmarkt hat auch der AUD an Fahrt gewonnen. Die technische Widerstandszone bei 0,7200 sollte daher im Auge behalten werden. Zweitens könnte eine mögliche neue Stärke des Dollars dazu führen, dass das Paar nachgibt. Ein Bruch der Unterstützungsmarke bei 0,7120 könnte dann weiteren Abwärtsdruck bedeuten. Das Paar könnte daher in beide Richtungen beeinflusst werden. Die Zinsentscheidung wird am Mittwoch, dem 29. April, um 20:00 Uhr MEZ bekannt gegeben.